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Markenkommunikation & Erlebnis

Markengemeinschaft / Brand Community

Brand Community

Eine Brand Community ist eine Gemeinschaft von Kunden und Fans, die sich über eine gemeinsame Marke verbunden fühlen und miteinander in Beziehung treten. Muniz und O'Guinn beschreiben sie über drei Merkmale: geteiltes Bewusstsein, gemeinsame Rituale und moralische Verantwortung. Sie bindet nicht Kunde an Marke, sondern Kunden untereinander.

Erklärung

Eine Brand Community ist eine Gruppe von Menschen, die eine Marke nicht nur nutzen, sondern sich über sie miteinander verbunden fühlen. Der entscheidende Unterschied zu normaler Kundenbindung: Die Beziehung läuft nicht nur zwischen Kunde und Marke, sondern zwischen den Kunden untereinander. Die Marke wird zum gemeinsamen Bezugspunkt einer sozialen Gruppe.

Muniz und O’Guinn haben das Konzept 2001 wissenschaftlich geprägt und drei Kernmerkmale identifiziert. Erstens ein geteiltes Bewusstsein („consciousness of kind“) — das Gefühl, zu einer besonderen Gruppe zu gehören und sich von Nicht-Mitgliedern zu unterscheiden. Zweitens gemeinsame Rituale und Traditionen — wiederkehrende Praktiken, Geschichten und Symbole, die die Gemeinschaft am Leben halten. Drittens ein Gefühl moralischer Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft und ihren Mitgliedern — man hilft sich, integriert Neue und verteidigt die Marke. McAlexander und Kollegen erweiterten das später um die Beziehungen zwischen Kunde, Produkt, Marke und anderen Kunden.

Für die Markenführung ist die Brand Community der wohl stärkste Bindungsmechanismus, aber auch der am schwersten steuerbare. Man kann eine Community fördern, Anlässe schaffen und Räume geben — aber nicht erzwingen. Sie entsteht aus echter Identifikation, nicht aus einem Loyalitätsprogramm.

Abgrenzung

Eine Brand Community ist nicht dasselbe wie ein Kundenstamm oder eine Followerschaft. Ein Kundenstamm ist eine Menge von Käufern ohne Beziehung untereinander. Eine Followerschaft in sozialen Medien kann groß und trotzdem community-los sein, wenn die Menschen nur der Marke folgen, aber nicht miteinander interagieren. Eine echte Community erkennt man an der horizontalen Verbindung: Die Mitglieder haben eine Beziehung zueinander, nicht nur zur Marke.

Beispiel

Der Motorradhersteller Harley-Davidson ist das klassische Lehrbuch-Beispiel — die Harley Owners Group (H.O.G.) erfüllt alle drei Merkmale: ein starkes Wir-Gefühl der Fahrer, gemeinsame Rituale wie Ausfahrten und Treffen, und eine ausgeprägte gegenseitige Verantwortung unter den Mitgliedern. Die Marke lebt hier nicht primär vom Produkt, sondern von der Gemeinschaft, die sich um sie gebildet hat. Das erzeugt eine Bindung, die weit über funktionale Produktvorteile hinausgeht.

Was heißt das für dich?

Eine Brand Community ist im Mittelstand selten von Anfang an realistisch — aber die Bausteine sind es. Frag dich: Verbindet meine Marke Kunden auch untereinander, oder kennt jeder nur mich? Schon kleine Formate — ein Kundentag, eine Fachrunde, ein Erfahrungsaustausch unter deinen besten Kunden — legen den Grundstein. Der typische Fehler ist, Community mit Reichweite zu verwechseln: 10.000 Follower, die sich nicht kennen, sind keine Gemeinschaft. Bindung entsteht dort, wo Menschen wegen deiner Marke auch zueinander eine Beziehung aufbauen.